Banner Logo

Konzeption

FÜR DEN KINDERGARTEN

DIE KREUZSTEINKRÜMEL“






1. Vorwort

Der Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ wird von der „Elterninitiative Demokratische Kindererziehung e.V.“ in der Organisation und Verwaltung getragen. Der Verein besteht seit 1972 in Garbsen und unterhält das Haus Am Kreuzstein 4 seit Mai 1990. Die Montessoripädagogik bestimmt den Alltag des Kindergartens seit über zehn Jahren.

Diese Konzeption wurde von Eltern und pädagogischen Fachkräften geschrieben:

-für die Kinder, weil sie ein Recht auf Entwicklungsbegleitung haben,

-für die pädagogischen Fachkräfte, damit sie in ihrer alltäglichen Arbeit ihr Denken, Handeln und Fühlen stets offen und genau betrachten und reflektieren,

-für die Eltern, um sie bei der Entscheidung für die Wahl des richtigen Kindergartens zu unterstützen,

-für Ausbildungsstätten und andere Interessierte, um die Arbeit transparent darzustellen.


In diesem Kindergarten übernehmen pädagogische Fachkräfte und Eltern gemeinsam Verantwortung und arbeiten miteinander an den pädagogischen Zielen und Inhalten – unter besonderer Berücksichtigung der Grundsätze Maria Montessoris – wie sie in den folgenden Kapiteln beschrieben werden.

Haus

Am Kreuzstein 4

Den rechtsverbindlichen Rahmen geben der Betriebsführungsvertrag mit der Stadt Garbsen vom 09.12.1991 und das Gesetz über Tageseinrichtungen in Niedersachsen in der Fassung der Neubekanntmachung vom 07.02.2002. Weitere Grundlage ist der Orientierungsplan Niedersachsen für Bildung und Erziehung von 2005.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

2. Rahmenbedingungen

Der Verein „ Elterninitiative Demokratische Kindererziehung e.V.“ ist Mitglied im Dachverband „Kinderladeninitiative Hannover e.V.“. Somit bekommt er immer aktuelle Informationen, hat die Möglichkeit der Fachberatung für die pädagogischen Fachkräfte und für Fortbildungen, die sich an Eltern, Vorstand und Fachkräfte richten.

Der Kindergarten hat während der Sommerferien für drei Wochen und zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen.

Zusätzliche Schließzeiten sind unter anderem zwei Studientage im Jahr.

Diese Zeiten werden vorab durch eine Mitgliederversammlung beschlossen und frühzeitig bekannt gegeben.

Standortbeschreibung:

Der Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ liegt in einer ruhigen Wohngegend in Altgarbsen, in der Straße Am Kreuzstein 4. Das Einzugsgebiet beinhaltet die Gemeinde Garbsen mit allen Ortsteilen.
Haus und Garten sind sehr großzügig geschnitten.
Der Kindergarten besteht aus mehreren offen gestalteten Räumen.
Von den Kindern genutzt werden Küche, Garderobe, Bewegungsraum, Kuschelraum, Kinderbad und Gruppenraum. Außerdem steht eine Hochebene zum Lesen und Verkleiden zur Verfügung.Im Garten findet man neben verschiedenen Spielgeräten eine Lehmkuhle, ein Hochbeet, Weidentipis und einen Kräutergarten.

Durch hohe Bäume und viele Büsche haben die Kinder immer genug Schatten und viele Ecken, die zum Spielen, Entdecken und Verstecken einladen.
Grundriss
Grundriss von Haus und Garten

Profil

„Die Kreuzsteinkrümel“ bestehen aus einer Gruppe von 25 Kindern im Alter von 3-6 Jahren. Die tägliche Betreuungszeit beträgt sechs Stunden von 7.45 Uhr– 13.45 Uhr. Es wird darauf geachtet, dass die Gruppe alters- und geschlechtsgemischt ist und verschiedene Nationalitäten vorhanden sind.

Träger des Kindergartens ist der Verein „Elterninitiative Demokratische Kindererziehung e.V.“, dessen Mitglieder Eltern der Kinder aus dem Kindergarten sind.

Der pädagogische Bereich wird, entsprechend des Kindertagesstättengesetzes, durch ein Erzieherteam abgedeckt.

Für die tägliche Grundreinigung im Kindergarten sorgt eine Reinigungskraft.

Unterstützend hilft die Elternschaft und hält so Haus und Garten instand.

Alltag

Nach der Bringzeit beginnt der Kindergartenalltag mit einem gemeinsamen Morgenkreis. Im Anschluss beginnen die Kinder zusammen mit den pädagogischen Fachkräften die „stille Arbeit“ (siehe auch Montessoripädagogik). Danach gibt es die Möglichkeit zu frühstücken oder ein freies Spiel zu wählen. Soweit möglich finden an immer gleichen Tagen in der Woche verschiedene Aktionen statt, zum Beispiel Einkaufen, Kochen, Schwimmen und Turnen. Diese werden unterstützt durch aktive Elternbegleitung.

Es gibt auch Tage, die durch Ausflüge, Projekte oder spontane Ideen der Kinder oder der Erwachsenen anders aussehen.
Grundsätzlich wird darauf geachtet, dass bestimmte Rituale und Abläufe eingehalten werden, um den Kindern Sicherheit und Geborgenheit zu geben.
Morgenkreis
Unser Morgenkreis

Bullerbach
Freizeit am Bullerbach
Ein besonderes Ereignis im Jahr ist die Freizeit mit zwei Übernachtungen, an der alle Kinder der Gruppe ohne Eltern teilnehmen. Vier Betreuer begleiten die Fahrt.

Dieses Gruppenerlebnis stärkt die Gemeinschaft, das Sozialverhalten und die Selbstständigkeit der Kinder.

Durch die Freizeit erleben sich die Kinder „neu“, selbstständig ohne Eltern und unabhängig. Sie sammeln Erfahrungen außerhalb ihres gewohnten Umfeldes im geschützten Raum der Kindergartengemeinschaft.

Gestaltung der Eingewöhnungssituation

Zum ersten Kennenlernen des Kindergartens gibt es zwei Schnupperzeiten, wobei eine grundsätzlich in der Kindergartenzeit mit den Kindergartenkindern stattfindet. Hier sind die Eltern oder ein Elternteil dabei. Die zweite findet ohne Eltern statt. Die Länge dieser Zeit wird im Vorfeld zwischen den pädagogischen Fachkräften und den Eltern besprochen und ist ganz individuell auf das Kind und dessen Vorerfahrungen abgestimmt. Eingang
"Guten Morgen"

Gemeinsam wird auch die Länge der Betreuungszeit in den ersten Tagen und Wochen festgelegt. In dieser Zeit ist ein regelmäßiges Kommen des Kindes wichtiger als die Dauer des Aufenthalts, um langsam „ankommen“ zu können.

Es ist wichtig, dass die Kinder immer einen positiven Abschluss haben.
Da der Abholzeitpunkt auch vorverlegt werden kann, ist eine Erreichbarkeit der Eltern während dieser Zeit notwendig.

Dem Kind soll die Möglichkeit gegeben werden, den Alltag im Kindergarten auf seine Art und Weise und in seinem Tempo kennenzulernen. Um es nicht zu verunsichern, wird auf Hospitationen in der Eingewöhnungszeit verzichtet.


Tagesablauf

7.45 – 8.45 Bringzeit Begrüßen der Kinder und Eltern, kurzer Austausch von wichtigen Informationen
9.00 - ca. 9.45 Morgenkreis Einander begrüßen, gemeinsam schauen, wer fehlt, zusammen den Tag besprechen, erzählen und zuhören, singen und musizieren
Ca. 9.45 –
individuell abhängig von den Kindern
„stille Arbeit“ Sich zu zweit oder alleine, mit oder ohne Erzieher, in einer ruhigen Atmosphäre konzentriert beschäftigen
Nach der „stillen Arbeit“ bis 12.00 Freispiel/Frühstücken Frühstücken, spielen, lesen, toben, rausgehen, malen, Freundschaften finden und pflegen
12.00 - 12.30 Schlusskreis Gemeinsames Spiel, Abschlusslied, Verabschieden
12.30 - 12.45 1. Abholzeit Einzelnes Verabschieden der Kinder, kurzer Informationsaustausch mit den Eltern
12.45 - 13.30 Freispiel/Frühstücken Platz zum Vorlesen, Musik hören, Gesellschaftsspiele spielen…
13.30 - 13.45 2. Abholzeit Einzelnes Verabschieden der Kinder, kurzer Informationsaustausch mit den Eltern


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

3. Leitgedanken

Der Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ versteht sich als ein Raum, in dem sich Kinder zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen und vor allem selbstbewussten Persönlichkeiten entwickeln können. Es soll ein Raum zum Wohlfühlen sein, in dem Kinder vielfältige Möglichkeiten zum Lernen haben.

Das pädagogische Konzept von Maria Montessori und der Ansatz der Psychomotorik fördern die Kinder in ihrer Entwicklung.

Die Erkenntnis von Maria Montessori, dass das Kind “der Baumeister seiner selbst“ ist, bringt uns zu der Überzeugung, dass Kinder mehr denn je Zeit und Raum brauchen, um sich ihren persönlichen Anlagen entsprechend entwickeln zu können. Der Kindergarten stellt die Selbstständigkeit, Selbsttätigkeit und Selbstkontrolle in den Mittelpunkt und sieht vor, allen Kindern bestmögliche Vorraussetzungen für ihre individuelle Entwicklung zu schaffen.

Der Ansatz der Psychomotorik ermöglicht dem Kind, Verantwortung für sich und sein Tun und Verantwortung für andere zu übernehmen, sich, seinen Körper und seine Möglichkeiten besser kennenzulernen und motorische Fähigkeiten auszubauen und zu entwickeln.

Die Persönlichkeitsentwicklung der Kinder wird begleitet und unterstützt und sie werden auf künftige Lebens- und Lernabschnitte vorbereitet. Damit wird das Fundament für das Hineinwachsen in eine demokratische Gesellschaft gelegt. Andere Meinungen zu achten, Fremden aufgeschlossen zu begegnen, Rücksichtnahme, gegenseitige Hilfe und gewaltfreie Konfliktaustragung sind Grundprinzipien der pädagogischen Arbeit. Der Kindergarten hat eine wichtige Funktion für die Integration aller hier aufwachsenden Kinder.

Dies alles erreicht der Kindergarten in enger Zusammenarbeit mit den Familien. Die Arbeit in der Elterninitiative ermöglicht allen Beteiligten ein großes Maß an Kommunikation und Austausch. Dies ist unerlässlich für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Sinne

Zurück zum Inhaltsverzeichnis



4. Erziehungspartnerschaft

Im Mittelpunkt der Erziehungspartnerschaft zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern steht die gemeinsame Erziehung des Kindes.

Eltern und pädagogische Fachkräfte wirken auf die kindliche Entwicklung ein. Der Begriff „Partnerschaft“ soll zeigen, dass wir ein gemeinsames „Bündnis“ geschlossen haben, gleiche oder ähnliche Ziele verfolgen und zusammenarbeiten wollen. Dies ist nur durch einen engen Austausch, intensive Aufnahmegespräche und eine fortwährende Weiterentwicklung der Konzeption möglich.

Der gegenseitige Austausch erfolgt durch Gespräche, Hospitationen, Elternabende und aktive Mitarbeit. Dadurch haben die Eltern die Möglichkeit einen Einblick in die pädagogische Arbeit und die Rolle der pädagogischen Fachkräfte zu bekommen. Die pädagogischen Fachkräfte wiederum können dadurch einen Einblick in die Familiensituation und den Lebensalltag des Kindes bekommen.

In Gesprächen können gemeinsame und individuelle Zielsetzungen und Erziehungsmethoden formuliert und aufeinander abgestimmt werden. Dadurch wird der Erziehungsprozess durch gegenseitige Ergänzung und Unterstützung gemeinsam gestaltet. Eine gute Kooperation ist notwendig, um gemeinsam auch Probleme und Schwierigkeiten meistern zu können.

In Absprache mit den pädagogischen Fachkräften sind Hospitationen (außer in der Eingewöhnungszeit des Kindes) immer möglich und erwünscht!

Elternabende finden regelmäßig, abwechselnd mit und ohne pädagogische Fachkräfte statt. Dadurch wird der Kontakt zwischen den Eltern gestärkt und Raum für spezielle Erziehungsfragen und/oder generelle Fragestellungen gegeben.

Die Eltern in dem Kindergarten sind nicht nur „Gast“, sondern ein wichtiger und fester Bestandteil des Kindergartenalltags. Dies erfahren die Kinder durch die Mitarbeit in Haus und Garten, bei Festen und Aktionen und bei der Umsetzung des alltäglichen Kindergartengeschehens. Durch die aktive Zusammenarbeit zwischen Familie und pädagogischen Fachkräften wird eine offene Atmosphäre im Kindergarten geschaffen und die Erziehungspartnerschaft wird auch für die Kinder nicht nur spürbar, sondern auch sichtbar und erlebbar.

Durch die Erziehungspartnerschaft wird Kontinuität zwischen Kindergartenalltag und Familienleben gewährleistet und das Kind wird nicht nur in den jeweiligen Systemen gesehen, sondern in seiner „Ganzheit“. Damit ist die Erziehungspartnerschaft unerlässlich für eine gute Zusammenarbeit und die Entwicklung einer auf das einzelne Kind abgestimmten Pädagogik, sowie um gegenseitigen Respekt und Vertrauen zu fördern und das Wohlbefinden des Kindes zu garantieren. Durch die gegenseitige Wertschätzung hat das Kind die Möglichkeit, sich entsprechend seinen Neigungen frei zu entwickeln.

Unser Ziel ist es, die Welt der Familie und die Welt des Kindergartens zu verbinden und zu einem Ganzen zu vereinen!


Ausflug
Gemeinsamer Ausflug nach Springe ins Wisentgehege

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


5. Pädagogische Schwerpunkte

5.1 Montessoripädagogik

Theoretische und praktische Grundlage im Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ ist die Pädagogik von Maria Montessori.

Maria Montessori wurde 1870 in einem kleinen Ort nahe Ancona in Italien geboren. In Rom studierte sie Medizin und Naturwissenschaften und promovierte als erste Frau Italiens. Im Rahmen ihrer ärztlichen Tätigkeit beschäftigte sie sich mit der Erziehung von Kindern und entwickelte aus ihren Beobachtungen eine Reihe von pädagogischen Prinzipien und Entwicklungsmethoden. 1907 wurde ihr erstes Kinderhaus in Rom eröffnet (casa dei bambini). In den darauf folgenden Jahren entstanden aus ihren Beobachtungen Arbeitsmaterialien für Kinder. Ihr pädagogisches Konzept entwickelte sie stets weiter. Es wurden auf der ganzen Welt Montessori-Pädagogen ausgebildet und viele Montessori-Kinderhäuser und Montessori-Schulen gegründet. Maria Montessori starb 1952 im Alter von 81 Jahren in den Niederlanden.

Das pädagogisches Motto des Kindergartens könnte lauten:

„Ich mag dich so, wie du bist.
Ich vertraue auf deine Fähigkeiten.
Wenn du mich brauchst, bin ich da.
Versuch` es zunächst einmal selbst.“
( Kokigei/ Teigler 2007)


Damit steht die Arbeit im Zeichen von Maria Montessori, die sagt:

„ Hilf mir, es selbst zu tun“
„ Die Hände sind das Werkzeug menschlicher Intelligenz“
„ Indem man dem Kind dient, dient man dem Leben.“
( M. Montessori 1870 – 1952)



Aber auch im Zeichen der heutigen Wissenschaft, da sie auf den Grundlagen des Orientierungsplans für Erziehung und Bildung/Niedersachsen von 2005 basiert.

Der Alltag in dem Kindergarten ist geprägt durch die vorbereitete Umgebung, d.h., dass die Kinder die Materialien an immer den gleichen Plätzen vorfinden, sie dort selbstständig abholen, um, wann immer sie möchten, damit zu arbeiten. Feste Rituale wie der Morgen- und der Schlusskreis geben den Kindern Halt und Sicherheit im Tagesgeschehen.

Ihrer Entwicklungsstufe (Sensible Phasen) entsprechend, wählen die Kinder das sie fördernde Material aus und erhalten eine Einführung im Umgang damit von den pädagogischen Fachkräften oder von anderen Kindern. Wichtig ist, dass sich das Kind in seine Arbeit vertieft (Polarisation der Aufmerksamkeit), selbst bestimmt, sich freiwillig mit dem Thema auseinandersetzt und Spaß am Umgang und Lernen von Neuem hat. Durch das Wiederholen von Vertrautem bekommt es Sicherheit und Selbstvertrauen.

Die Freiheit seine Arbeit zu wählen (allein oder mit einem Partner) bietet die Möglichkeit, selbstbestimmt seine Grenzen zu entdecken und auch neu für sich zu überdenken.

Das Kind kann sich so ohne bewusste Kontrolle ausprobieren, seine Selbstwahrnehmung schulen und im sozialen Miteinander (z.B. durch Zuschauen) lernen, ohne zurückgewiesen zu werden.

Die Stille Arbeit hat einen festen Zeitrahmen am Vormittag, aber es ist immer möglich, sich seinen Platz im Laufe des Tages zu nehmen und allein oder mit anderen zu arbeiten. „Stille Arbeit“ geschieht immer dann, wenn ein oder zwei Kinder sich vertieft und konzentriert mit einer Aufgabe oder einem Material auseinandersetzen.

Das freie Spiel in der Bauecke, das Rollenspiel auf der Hochebene, das Toben und Buddeln im Garten, die Gesellschaftsspiele und vieles mehr sind ebenfalls bedeutend für die Kinder und finden ihren Platz im Alltag des Kindergartens.

Das Besondere an dem Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ ist das immer zugängliche Montessorimaterial zur Schulung der Sinne, der Sprache, des mathematischen Verständnisses, der kosmischen Erziehung und des täglichen Lebens.

Die Kosmische Erziehung findet oft im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Landkarten und vielen Gesprächen statt. Ziel der kosmischen Erziehung ist es, den Kindern den Weg zu zeigen, sich selbst fröhlich und voller Neugier die Welt zu erobern und dann allmählich zu lernen, für diese Welt und für sich selbst einen eigenen Anteil an Verantwortung zu übernehmen.


Das Sinnesmaterial ermöglicht das differenzierte Kennenlernen von Größen, Längen, Mengen, Farben, Formen und Zuständen durch Paaren, Vergleichen, Zuordnen und Graduieren.
Dazu zählen zum Beispiel Materialien wie Farbtafeln, Steckzylinder, Stangen und der rosa Turm.

Das Sprachmaterial legt den Grundstein zum freudigen Umgang mit der Sprache, fördert die Freude am bildlichen Gestalten, unterstützt die Stifthaltung und schult die Aufmerksamkeit für Laute, Buchstaben und Silben.
Dazu gehören metallene Einsatzfiguren, Sandpapierbuchstaben, Bilderbücher, Tiere und vieles mehr.
Rosa Turm
Der rosa Turm


Hunderterbrett
Das Hunderterbrett
Das mathematische Material beinhaltet den Umgang mit Mengen, Längen, Zahlen, Rauminhalten und ersten mathematischen Operationen.
Dazu gehören z.B. Numerische Stangen, Spindeln, Perlenmaterial und Sandpapierzahlen.


Die kosmische Erziehung findet im Umgang mit Pflanzen, Tieren, Landkarten und vielen Gesprächen statt.

Dazu gehören unter anderem Landkartenpuzzle, die biologische Kommode und Sachbücher.
Kontinentspiel
Das Kontinentspiel
Das Material für die täglichen Übungen findet sich häufig im Alltag wieder, kann aber auch gesondert zum Erfahrungen sammeln genommen werden.
Dazu gehört die Raspel, die Schraubdöschen, der Umgang mit Wasser und vieles mehr.
Frühstück
Selbstständiges Zubereiten des eigenen Frühstückes


Eine Besonderheit ist das Gehen auf der Linie, was als extra Übung in lockerer Folge für Kleingruppen im Vorraum des Kindergartens angeboten wird. Dabei werden besonders das Gleichgewicht, die Körperhaltung, das soziale Miteinander und die Konzentration auf die eigene Person geübt.

Dazu gehört oft Musik und Material, welches die Kinder tragen, wie ein Wasserglas, ein Edelstein, eine Kerze. Aber auch andere Formen sind möglich.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis

5.2. Das Kind in seinem Entwicklungsprozess im Kindergarten

Kinder kommen mit völlig unterschiedlichen Eigenschaften, Erfahrungen, Ängsten und Erwartungen in den Kindergarten, jedes mit einer ganz eigenen Persönlichkeit. Dieser Unterschiedlichkeit sollte der Kindergarten gerecht werden.

Kinder freuen sich am Leben. Sie zeigen dies unter anderem im Rennen, Toben, Träumen, Zuhören und Begreifen. Im Spiel setzen sie ihren Zweck selbst und konzentrieren sich auf die eigenen Bedürfnisse. Das Spiel gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Umwelt zu entdecken, das Wahrgenommene nachzugestalten, aufzuarbeiten, zu variieren und mit viel Fantasie und Kreativität zu verändern. Gerade beim Spiel können die Kinder viele soziale Erfahrungen sammeln, um dadurch ihren sozialen Kreis zu erweitern. So kommen sie von einem Spiel ohne Partner, um sich selber kennenzulernen, zu einem Spiel mit anderen Kindern, um sich innerhalb der Gruppe und die Kinder der Gruppe kennenzulernen.

Kinder lernen ihre Interessen selbstbestimmt und selbstbewusst zu leben, hierbei unterstützt sie die Begleitung und Ermutigung der Erwachsenen. Die pädagogischen Fachkräfte sorgen dafür, dass die Kinder Zeit und Raum erhalten, selbst zu bestimmen, wann sie etwas tun oder erfahren möchten. So können die Kinder sich nach ihrem jeweiligen Entwicklungsstand und individuellem Tempo entwickeln. Gleichzeitig geben die pädagogischen Fachkräfte durch Angebote den Kindern vielfältige Anregungen, etwas Neues zu lernen und Interessen zu entwickeln. Durch Situationen, in denen die Kinder aufgrund eigenen Erlebens die Erkenntnis gewinnen können, dass viele Aktivitäten sich zu Zweit oder mehreren leichter ausführen lassen, lernen sie kooperatives Handeln. Die Kinder lernen, Absprachen zu treffen und einzuhalten. Dabei werden sie angeregt, sich selbst zu organisieren.

Die Kinder entdecken mit den eigenen Gefühlen umzugehen, die Gefühle anderer wahrzunehmen und sie mit in ihre eigenen Handlungspläne einzubeziehen. Gefühle offen zu zeigen und zu erleben, schafft eine Basis offener Kommunikation und Interaktion. Dadurch wird die Konflikt- und Kooperationsbereitschaft der Kinder gestärkt.

In Anlehnung an das psychomotorische Verständnis von kindlicher Entwicklung wird davon ausgegangen, dass Motorik, Sinnes- und Körperwahrnehmung, Sprache und Handgeschicklichkeit und die Verarbeitung der eigenen Gefühle die Gesamtentwicklung beeinflussen. Unser Kindergarten soll den Kindern Erfahrungen in all diesen Entwicklungsbereichen bieten, und zwar so, dass sich jedes Kind seinem Entwicklungsstand gemäß angesprochen fühlen kann.

So wird den Dreijährigen die Möglichkeit erste Erfahrungen im Umgang mit verschiedenen Materialien und Werkzeugen zu machen geboten, um so ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten zu schulen.
In der Altersphase von 3-6 Jahren entwickelt sich das Kind vom „unbewussten Schöpfer“ zum „bewussten Arbeiter“, erlernt seine bisher absorbierten Umwelteindrücke zu analysieren, perfektioniert seine Fertigkeiten und Fähigkeiten, um sich dann am Ende der Kindergartenzeit mit abstrakten Themen, mit den Kulturtechniken und ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinanderzusetzten. Der Umgang mit Zahlen und Buchstaben ist interessant und die Handhabung von „Werkzeugen“ gelingt schon recht sicher.

Die Vorbereitung für die weiteren Aufgaben des Lebens, die Schule, erfolgt in allen Kindergartenjahren. Alle Kinder können sich entsprechend ihrer Entwicklungsphasen mit allen Materialien im Angebot auseinandersetzen und daran lernen. Alle Kinder haben alle Möglichkeiten, Schulvorbereitung beginnt von Anfang an. Von Januar bis Juni wird der Schlusskreis in zwei Altersgruppen geteilt, so dass individuell auf die unterschiedlichen Entwicklungsstufen eingegangen werden kann.

Im Kindergarten „Die Kreuzsteinkrümel“ sollen ein fester Tagesablauf und das gemeinsame Aufstellen von Regeln Orientierung, Vertrauen und Sicherheit vermitteln. Entwickeln sich einzelne Kinder unausgewogen oder auffällig, so müssen die Problembereiche erkannt und beobachtet werden. Gemeinsam mit Kindern und Eltern werden Lösungswege und Angebotssituationen gesucht und im Kindergartenalltag umgesetzt. Werden Probleme erkannt, so wird neben den Kindergartenangeboten auch fachkundige pädiatrische Hilfe empfohlen. Therapeutische Maßnahmen von Fachleuten können auch in Absprache im Kindergarten eingesetzt werden.

Unser Schlusskreis in der Garderobe

Schlusskreis


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

5.3. Kind und Gruppe
Morgenkreis
Gemeinsame Begrüßung am Morgen
Für die Kinder ist die Kindergartengruppe, neben der Familie, eine konstante Gruppe, die aus Kindern und Erwachsenen besteht, in der sie Geborgenheit und Gemeinschaftsgefühl erleben und Freunde finden können. Sie lernen sich, die anderen Kinder und die Erwachsenen der Gruppe wahrzunehmen, miteinander zu sprechen und dem anderen zuzuhören, Konflikte auszutragen und eigene und fremde Distanz zu wahren. Dabei erweitert sich ihre soziale und auch emotionale Kompetenz.

Das Leben in der altersgemischten Gruppe bietet den Kindern vielfältige Spiel- und Lernmöglichkeiten, sie erfahren ihre Rolle als kleines Kindergartenkind und verlassen den Kindergarten später als eines der ältesten Kinder. Sie erfahren als „neues“ Kind die Hilfe der Großen und können später selber diese Rolle erleben und sich um jüngere Kinder „kümmern“. Das Kind erfährt in der ständigen Auseinandersetzung mit der Gruppe und einzelnen Kindern die Notwendigkeit auf andere Rücksicht zu nehmen und sich in die Gruppe zu integrieren, aber auch sich als Spielführer einbringen zu können und seine eigenen Bedürfnisse in der Gruppe zu vertreten. Sie erleben die Verschiedenheiten der Kinder und das anders sein als andere. So haben sie die Möglichkeit Toleranz zu erleben und zu erlernen. Hierbei werden sie begleitet, Themen können immer wieder in der Gruppe oder im Einzelnen besprochen werden, Situationen werden aufgegriffen und langfristige Angebote dazu durchgeführt.

Auch Konflikte und Auseinandersetzungen gehören zum täglichen Gruppengeschehen.
Hier werden die Kinder begleitet, Konflikte verbal und ohne körperliche Auseinandersetzungen zu lösen und dabei weitgehende Unabhängigkeit von Erwachsenen zu erlangen. Sie lernen, Kompromisse einzugehen und den anderen zu verstehen, eigene Vorstellungen zu verdeutlichen, sich durchzusetzen und sich gegebenenfalls Unterstützung zu holen. Dazu gehört, dass sie eine eigene Meinung entwickeln, eigene Entscheidungen treffen, Entscheidungen der anderen Kinder akzeptieren lernen und dass in der Gruppe Probleme angesprochen und Lösungen gemeinsam gesucht werden.

Es gibt im Kindergarten drei Grundregeln:

- man darf sich selbst keinen Schaden zufügen,
- keinem anderen einen Schaden zufügen,
- und im Umgang mit Materialien soll man achtsam sein.


Es ist von großer Bedeutung für das Gruppengeschehen, dass die Kinder Regeln als Notwendigkeit im Zusammenleben einer Gruppe erkennen. Um Regeln einhalten zu können, muss man sie verstehen und um sie zu verstehen, muss man sie nachvollziehen können. Aus diesem Grund wird viel Wert darauf gelegt, den Kindern die Regeln transparent zu machen.

Damit ist gemeint, den Kindern immer wieder zu erklären und gemeinsam zu besprechen, warum Regeln notwendig sind.
Die Kinder aktiv mit einzubeziehen, Regeln gemeinsam aufzustellen und neu zu überdenken, ermöglicht ihnen, Regeln zu reflektieren. Dadurch werden Regeln eingehalten und die Kinder übernehmen Verantwortung für die Gruppe.
Die pädagogischen Fachkräfte versuchen den Kindern erlebbar zu machen, dass dies die Grundlagen des Zusammenlebens in einer Gemeinschaft sind.
Da sein
Füreinander da sein, voneinander lernen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

5.4. Kinder in ihrer Welt

Umgang mit der Natur

Im Umgang mit der Natur spielen direktes Erleben, sowie Erfahrungen durch Geschichten und Bilder eine wichtige Rolle. Natur, Jahreslauf und Wetter werden beobachtet, erlebt, besprochen und mit allen Sinnen wahrgenommen, so dass auf diese Weise biologische Zusammenhänge erfahren und begriffen werden. Dadurch entwickelt sich ein Umweltbewusstsein bei den Kindern. Dabei werden auch Tiere und ihre natürlichen Lebensräume von den Kindern beobachtet und kennen gelernt. Nur so wird ein Gefühl der Achtung vor den Tieren geschaffen und ein Bewusstsein für ein verantwortungsvolles Leben mit ihnen. Sowohl in der Natur als auch im Alltag wird darüber hinaus auf einen bewussten Umgang mit natürlichen Ressourcen geachtet. Ausflüge, regelmäßige Spaziergänge im Wald und das gemeinsame Bewirtschaften unseres Gartens unterstützen diese Anliegen.
(vgl. Montessori kosmische Erziehung)
Blumen riechen

Religionen und Kulturen

Unterschiedliche Religionen und Kulturen spielen im Kindergartenalltag eine wichtige Rolle und werden thematisiert. Es werden, zum Beispiel verschiedene Feste der unterschiedlichen Religionen besprochen und gefeiert, Eltern können gemeinsam mit den Kindern landestypische Speisen zubereiten und es werden Lieder in fremden Sprachen gesungen. In Gesprächen über Religion und kulturelle Unterschiede werden dadurch im Vorfeld Unsicherheiten zu anderen Kulturen vermieden und der kulturelle Austausch unterstützt.


Ernährung, Versorgung, Sauberkeit
Zähneputzen Im Kindergarten findet eine lebenspraktische Erziehung statt. Dabei wird für die einzelnen Tätigkeiten wie Essen, Anziehen und Zähneputzen, Abwaschen und Putzen ausreichend Zeit und Raum gegeben, um den Kindern selbst bestimmtes Einüben zu ermöglichen (vgl. Montessori). In dem Kindergarten wird Wert auf vollwertiges und biologisches Essen gelegt. Wir bereiten einmal in der Woche gemeinsam mit den Kindern ein Mittagessen zu, hierbei übernehmen die Kinder eine verantwortungsvolle Rolle bei der Planung, dem Einkauf und der Zubereitung.

Sie erlernen und erleben dadurch Selbstständigkeit und Mitbestimmung. Wie auch bei unserem gemeinsam vorbereiteten Frühstück. Hier können sie selbst entscheiden wann, mit wem, was und wie lange sie an unserem gedeckten Frühstückstisch essen möchten. So haben sie die Möglichkeit ihren eigenen individuellen Bedürfnissen nachzugehen. Mittagessen
Zubereitung des Mittagessens für die ganze Gruppe

Freizeit und Kindergartenalltag

Die Freizeit der Kinder ist häufig davon geprägt, besondere Erlebnisse zu konsumieren.

Im Kindergarten soll mehr das Alltägliche im Mittelpunkt stehen, wodurch das Erleben in der Gruppe zum Besonderen wird (vgl. Montessori). So kann zum Beispiel ein Ausflug in nahe gelegene Felder, gemeinsam mit den Kindern vor- und nachbereitet, eine ganz neue Qualität gewinnen. Die Kinder sind im Kindergarten aufgefordert, den Verlauf des Tages mitzubestimmen; so können sie zum Beispiel Bücher mitbringen, um den Morgen- und Schlusskreis mitzugestalten. Sie bestimmen in möglichst großem Umfang selbst, wann sie welcher Tätigkeit nachgehen wollen. Dabei wird der Tag gemeinsam mit den Kindern morgens geplant und Vergangenes zusammen reflektiert. Es wird darauf geachtet, dass zwischen Angeboten für die Kinder und ihrem eigenen Ideenreichtum abgewogen wird. Hierbei werden die Einfälle der Kinder aufgegriffen und unterstützt. Kind am Baum

Malwand Kreativität
Kreatives Handeln hilft den Kindern beim Erkunden, Strukturieren und Abbilden ihrer Welt und ermöglicht ihnen vor allem den Ausdruck und die Verarbeitung ihrer Gefühle. Wir möchten den Kindern die Möglichkeit bieten, Kreativität mit der Gesamtheit ihrer Sinne zu erfassen. Das kann durch Musizieren alleine oder in der Gruppe, beim Tanzen (Sing- und Tanzspiele) und im bildnerischen Gestalten (zum Beispiel mit Ton, Farben, Buntstiften, Holz) geschehen. Hierbei lernen sie den Umgang mit verschiedensten Materialien, Instrumenten, Werkzeugen und Werkstoffen kennen und können sich selbstständig in ihrer Handhabung üben und ausprobieren. Dabei stehen die Ideen und die Individualität der Kinder im Mittelpunkt.

Spielmaterialien

Die Spielzeugauswahl im Kindergarten soll ein möglichst breites Spektrum an Spielerfahrung ermöglichen, gleichzeitig aber auch keine Reizüberflutung darstellen.
Privates Spielzeug wird von den Kindern nicht mitgebracht. Das Besondere an der Außenanlage im Kindergarten sind Baumstämme und Steine, mit denen die Kinder bauen und konstruieren können. Im Haus gibt es neben den Montessori-Materialien, die im Gruppenraum an Tischen oder auf Teppichen genutzt werden, die Verkleidungsmaterialien und Rollenspielutensilien auf der Hochebene , Bücher auf der Zwischenebene, eine Hängematte, ein Klettergerüst, Matten, Decken und Bewegungsmaterialien im Bewegungsraum und Musikinstrumente und Kassetten für den Kuschelraum. Spielmaterial
Kriegsspielzeug ist im Kindergarten nicht vorhanden und darf auch von den Kindern nicht mitgebracht werden.

Verkehrserziehung Einkaufen
Auf dem Weg zum Einkaufen
Verkehrserziehung findet tagtäglich statt. Die Kinder gehen vom Kindergarten aus zum Beispiel zum Schwimmen und Turnen oder machen Einkäufe. Dabei wird immer wieder ihr Verhalten im Straßenverkehr thematisiert. Darüber hinaus lernen die Kinder bei Ausflügen verschiedene Verkehrsmittel kennen und üben ihr Verhalten im Straßenverkehr.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

5.5. Bewegungserziehung (Psychomotorik)

„Psychomotorische Förderung verfolgt einerseits das Ziel, über Bewegungserlebnisse zur Stabilisierung der Persönlichkeit beizutragen -…- andererseits soll jedoch auch eine Bearbeitung motorischer Schwächen und Störungen, aber auch der Probleme des Kindes in der Auseinandersetzung mit sich selbst und seiner Umwelt ermöglicht werden. Ziel psychomotorischer Förderung ist es, die Eigentätigkeit des Kindes zu fördern, es zum selbstständigen Handeln anzuregen, durch Erfahrungen in der Gruppe zu einer Erweiterung seiner Handlungskompetenz und Kommunikationsfähigkeit beizutragen.“ (nach R. Zimmer)

Die psychomotorische Entwicklungsunterstützung ist damit ein wesentlicher Bestandteil der pädagogischen Arbeit. In diesem Sinne bietet der Kindergarten den Kindern einen vielfältigen Bewegungs- und Erfahrungsraum. Bewegungsfreude, neue vielfältige Sinneserfahrungen und Eigenwahrnehmung des Kindes werden im Kindergartenalltag kontinuierlich angeregt und unterstützt. Es soll kein Leistungsdruck entstehen und es wird grundsätzlich mit den Stärken des Kindes gearbeitet.

Dies bietet sich in der freien Spielzeit im Garten unabhängig vom Wetter und je nach Bedarf des Kindes an, ebenso als psychomotorisches Angebot in der Turnhalle, im Schwimmbad oder auch im Haus. Der Garten des Kindergartens bietet den Kindern vielfältige Möglichkeiten sich auszuprobieren, wie zum Beispiel beim Tragen von großen und kleinen Gegenständen und Umgehen und Bauen mit unterschiedlichsten Materialien wie zum Beispiel Baumstämmen, Backsteinen, Wasser oder Lehm. Im Haus befindet sich neben vielen verschiedenen Materialien ein kleiner Bewegungsraum der je nach den Bedürfnissen der Kinder vom Bauraum zum Hängemattenraum umgewandelt werden kann. Hier können Kinder Ruhe und Bewegung gleichermaßen erfahren. Dies ist in der Psychomotorik ein wichtiger Bestandteil.

Turnen
Psychomotorikstunde in der Judohalle der Osterberg-Schule


Schwimmhalle
Lernschwimmbecken in der Osterbergschule

Eine Turnhalle und ein Lernschwimmbecken stehen uns in einer nahe gelegenen Schule ein Mal in der Woche (soweit es der schulische Alltag zulässt) zur Verfügung. Hier besteht die Möglichkeit, gezielte psychomotorische Angebote in der Judo-Halle und eine Wassergewöhnung im Schwimmbecken anzubieten. Dabei können sich die Kinder als aktiv handelnd erleben, neue Körpererfahrungen machen, ihr Körperschema entwickeln, ihr Gleichgewicht und ihre Koordination schulen und ihre Kondition erweitern.

Dabei spielen das Bewegungserleben in der Gruppe und das Reagieren aufeinander eine Rolle, sowie der Umgang und das Kennenlernen verschiedenster Materialien und deren Eigenschaften.

Wie auch bei Montessori ist es hier für die pädagogischen Fachkräfte am Wichtigsten zu beobachten und den Kindern Zeit zu lassen, so dass sie in der Lage sind, die Umgebung vorzubereiten. Nur wenn nötig werden Impulse gegeben. Starre Ziele würden verhindern, Ideen der Kinder aufzugreifen und mit einzubeziehen. Daher soll die Situation immer durch die Kinder veränderbar bleiben. Auf das Einhalten von Strukturen und Regeln wird gemeinsam geachtet, so dass die Sicherheit gewährleistet ist und den Kindern ein sicherer Raum gegeben wird.

Zurück zum Inhaltsverzeichnis


6. Eltern im Kindergarten

Da der Träger des Kindergartens eine Elterninitiative ist, bildet die Mitarbeit der Eltern für den Kindergarten die Existenzgrundlage.

Der tägliche Betrieb wird durch ihr Engagement bereichert!

Eltern erfüllen mehrere Rollen in einer Elterninitiative:
Im Einzelnen sind dies die Rollen

• als Mutter/Vater des Kindes und dadurch als Erziehungspartner
• als Arbeitgeber (in Form eines Vereinsmitgliedes)
• als mitgestaltende Hand
(z.B. durch die Mithilfe bei Veranstaltungen; Renovierungen, Reparaturen und Reinigungen, Pflege und Gestaltung des Freigeländes, Elternnotdienste in Betreuungszeiten, Turn- Schwimmbegleitung, mögliche Mitgestaltung der Pädagogik)

Eine formale Mitbestimmung und Mitsprache der Eltern ist durch die Mitgliedschaft im Trägerverein (z.B. das Mitspracherecht bei Personaleinstellungen, Haushalts- und Investitionsentscheidungen) gesichert.
Durch ihre regelmäßige Teilnahme an Elternabenden ist allen Eltern die Möglichkeit gegeben, Ideen einzubringen und durch den Gedanken- und Informationsaustausch die Entwicklung und Zukunft des Kindergartens mitzugestalten und voranzubringen.

Die Mitarbeit im Vorstand, in Ausschüssen und Arbeitsgruppen (z.B. Aufnahmegremium, Gartengruppe, Konzeptionsgruppe) und die Übernahme von Sonderaufgaben gibt jedem die Möglichkeit, sich je nach Können und Wollen einzubringen.

Transparenz und Kommunikation ist in allen Belangen des Kindergartenalltags von großer Bedeutung und für die zukunftsweisende Entwicklung des Kindergartens notwendig. Hierzu dienen die Treffen zwischen Team und Vorstand, die Elternabende und die bereits erwähnten Arbeitsgruppen. Hospitationen und Elternnotdienste sind darüber hinaus eine gute Gelegenheit, sich gegenseitig besser kennen und verstehen zu lernen.

Die Erziehung wird als partnerschaftliche Aufgabe von Eltern und pädagogischen Fachkräften verstanden. Sich gegenseitig stützen und das Kind gemeinsam begleiten – nach dem Grundverständnis Maria Montessoris und dem psychomotorischen Ansatz - bildet die Grundidee der Erziehungsaufgabe für alle Betroffenen. Regelmäßige Gespräche zur Kindesentwicklung (z.B. durch ein persönliches Gespräch zwischen Eltern und pädagogischen Fachkräften) gehören ebenfalls dazu.

Im Kindergarten ist jede helfende Hand wichtig und erwünscht!

Lehmgrube
Gemeinsam etwas schaffen

Das Besondere in diesem Kindergarten wird durch Eltern dann möglich, wenn sie den Kindergarten als einen Ort sehen, der ihnen selbst Hilfe in ihrer Erziehungsaufgabe sein kann.


BauderLehmgrube
Bau der Lehmkuhle 2005



Zurück zum Inhaltsverzeichnis


7. Pädagogische Fachkräfte

Die pädagogischen Fachkräfte des Kindergartens verstehen sich als:

• Bezugsperson der Kinder,
• Erziehungspartner der Eltern,
• Kollegin im Team.


Als „Helfer zum Leben“ betrachtet Maria Montessori die Rolle der Erzieherin, die möglichst passiv sein soll, damit das Kind aktiv werden kann. In diesem Sinne ist die Unterstützung der Kinder zur Selbstständigkeit eins der großen Anliegen der Kreuzsteinkrümel. Für Montessori ist dafür die „vorbereitete Umgebung“ unerlässlich. Diese wird von den pädagogischen Fachkräften immer wieder überdacht und an den individuellen Stand der Kinder angepasst. Durch die Einführung der Materialien und sich wiederholender Darbietungen gelangen die Kinder zu einem selbstständigen Umgang mit ihnen. Um den Kindern „nichts aus der Hand zu nehmen“ muss man sie ernst nehmen. Der Umgang untereinander ist geprägt von Vertrauen, Respekt und Achtung voreinander. Die pädagogischen Fachkräfte haben einen sehr liebevollen Umgang mit den Kindern, um Geborgenheit und Sicherheit zu geben. Um selber auch von den Kindern ernst genommen zu werden, müssen sie authentisch sein, somit ist die Atmosphäre im Kindergarten immer von Lebendigkeit geprägt.
Um der Individualität jedes Kindes gerecht zu werden, ist die Beobachtung ein unverzichtbares Instrument der Bildungsbegleitung. Um das Verständnis für das Verhalten des Kindes zu erweitern, werden Beobachtungsbögen geführt und die Entwicklung dokumentiert.

Die pädagogischen Fachkräfte möchten allen Eltern die Möglichkeit zur Unterstützung, Beratung und Information geben. Dazu dienen Entwicklungsgespräche, die einmal oder auf Wunsch mehrmals im Jahr stattfinden, Elternabende, die vom Team einmal im Monat vorbereitet werden und „Tür- und Angelgespräche“ für den schnellen Austausch. Grundlage für die Erziehungspartnerschaft sind Akzeptanz und Offenheit. Somit ist es notwendig immer im Dialog zu stehen und für Anregungen und Kritik zugänglich zu sein. Der Umgang untereinander ist auch hier geprägt von Respekt und Achtung.

Für die Organisation der pädagogischen Begleitung von Kindern und Eltern, nutzt das Team die wöchentlichen Teambesprechungen. Vor- und Nachbereitungen finden gemeinsam statt. So gibt es immer die Möglichkeit der Kommunikation und der dazugehörigen Reflexion. Um neue Sichtweisen zu erlangen und die Qualität der pädagogischen Arbeit zu sichern, sind Fortbildungen unerlässlich. Da jedes Mitglied im Team ganz individuelle pädagogische Schwerpunkte hat, ergänzt es sich gegenseitig in der vielseitigen Arbeit der Pädagogik.

Um in allen Bereichen mit den Kindern, den Eltern und im Team pädagogisch zu arbeiten, ist die Teamfähigkeit unerlässlich.

Beobachten
beobachten
Essen kochen
Gemeinsam Essen zubereiten
Musizieren
gemeinsam musizieren
Sauber
für Sauberkeit sorgen


Zurück zum Inhaltsverzeichnis

8. Literaturliste

Maria Montessori - Kinder sind anders
Das kreative Kind

Köki - Konzept Kinderladeninitiative
Montessoripädagogik in der Praxis

Renate Zimmer - Psychomotorik

Niedersächsisches - Orientierungsplan für
Kultusministerium Bildung und Erziehung

Zurück zum Inhaltsverzeichnis